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Tatsumi Orimoto

Ausstellung . Performance


Tatsumi Orimotos Bilder sind eng verknüpft mit seinen Performances, in denen er sich mit dem Alltagsleben, dem Altern und Fragen der Kommunikation auseinandersetzt. Er thematisiert in seiner künstlerischen Arbeit den gesellschaftlichen Umgang mit dem Altern und der damit verbundenen sozialen Aus- und Abgrenzung. Seine an Alzheimer und Depression leidende Mutter ist für Tatsumi Orimoto ein 24 Stunden zu betreuender Pflegefall, um den er sich seit Jahren liebevoll kümmert. Gleichzeitig ist sie Objekt seines künstlerischen Schaffens.

Bekannt wurden seine Arbeiten durch die Biennale in Venedig 2001, bei denen der Künstler performativ und provozierend seiner Mutter Autoreifen um den Hals hängte und sie in Pappkartons steckte. Die aktuellen Arbeiten entstehen aus einer subjektiven familiären Perspektive, indem Tatsumi Orimoto das alltägliche Leben wiedergibt. Die private häusliche Atmosphäre geht in die Öffentlichkeit, die Bilder bleiben der Realität treu: Mutter und Sohn in der eigenen Küche, in Wohnzimmer und Garten. Das Leben wird nicht mehr inszeniert.

In den 1970er Jahren arbeitete Tatsumi Orimoto in den USA als Assistent von Nam June Paik. Seit seinen Erfahrungen in der Zeit der Fluxusbewegung hat sich seine künstlerische Arbeit mit dem Thema der Kommunikation auseinandergesetzt. Ein wichtiges Beispiel hierfür sind seine ungewöhnlichen „Bread Man“ Performances, in denen er, mit mehreren Laib Brot an seinen Kopf gebunden, überall auf der Welt mit den Menschen auf der Straße kommunizierte.


Die Einzelausstellung im Projektraum von C/O Berlin präsentierte photographische Arbeiten basierend auf Orimotos „Bread Man“ Performances. Zur Ausstellungseröffnung zeigte Tatsumi Orimoto eine Performance, die in der St. Johannes Kirche initiiert und bei C/O Berlin beendet wurde.

Diese Ausstellung fand im Kontext der Reihe ASIANART – Zeitgenössische Asiatische Kunst in Berlin Mitte anlässlich der Asien–Pazifik–Wochen statt und wurde kuratiert von Tereza de Arruda in Kooperation mit der Galerie DNA.