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Suizid

Panel & Filmvorführung

Uhrzeit 19:30 Uhr
Ticket 10/6 Euro (inkl. Ausstellung) . Erhältlich online (zzgl. VVK-Gebühr) und an der Kasse bei C/O Berlin.
Sprache deutsch

Mit Monika Basqué . Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, Diana Doko . Gründerin des Vereins “Freunde fürs Leben e.V.”,
Thomas Macho . Kulturwissenschaftler und Direktor des IFK (Internationales Forschungszentrums Kulturwissenschaften, Wien), Andres Veiel . Film- und Theaterregisseur, Autor. Moderation Marcus Jauer . Journalist und Autor

Im Anschluss Filmvorführung "Die Überlebenden" . 1996 . 1h 30 m von Andres Veie. 

Zimmer 317, die leere Badewanne eines Genfer Hotels, in der noch Wasser steht. Die Junior Suite des Beverly Hilton Hotel, ein zurückgelassener, abgegessener Tisch, Reste der letzten Mahlzeit. Beide Abbildungen zeigen Orte des Todes: den von CDU-Politiker Uwe Barschel (1987) und von US-amerikanischen Popstar Whitney Houston (2012). Beide Bilder wurden von Thomas Demand auf der Basis von Aufnahmen aus den Medien künstlerisch interpretiert und weiterentwickelt. Sie zeigen jedoch keine Leiche. Die Verstorbenen sind nicht bebildert. Das Badezimmer (1997) und die Junior Suite (2012) sind Teil der aktuellen Ausstellung Das letzte Bild. Fotografie und Tod bei C/O Berlin und stehen exemplarisch für ikonografisch bedeutsame Schauplätze ungeklärter Ereignisse des Suizids. Aus unterschiedlichen Gründen wird das Thema Suizid bis heute gesellschaftlich stark tabuisiert. Unter der Moderation von Marcus Jauer wird das Thema mit Monika Basqué, Diana Doko, Thomas Macho und Andres Veiel aus kulturhistorischer, psychologischer und künstlerischer Perspektive erörtert und diskutiert.

Monika Basqué (*1958) ist Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin und seit 1990 Leiterin des Ausbildungszentrums der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie und Ambulanz in Berlin. Sie war in verschiedenen leitenden therapeutischen Funktionen in der Forensischen Psychiatrie (LWL-Klinik Lippstadt-Eickelborn) und im Jugendstrafvollzug (JSA Berlin) sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Gutachterin an der FU Berlin (Forensische Psychiatrie), Schwerpunkt Jugendgewalt und Rechtsextremismus tätig. Seit 1990 arbeitet Monika Basqué als Dozentin, Supervisorin und Selbsterfahrungsanleiterin für verschiedene DGVT-Ausbildungszentren.

Diana Doko (*1972) ist Lehrbeauftragte für Unternehmenskommunikation an der SRH Hochschule der populären Künste (hdpk) sowie als freie PR-Beraterin und Dozentin in Berlin tätig. 2001 gründete sie gemeinsam mit Gerald Schömbs den Verein Freunde fürs Leben e.V., der sich für die Aufklärung von Jugendlichen und jungen Erwachsene über die Themen Suizid, Depression und seelische Gesundheit einsetzt. Für ihr Engagement hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 25 Frauen, die unsere Welt besser machen – EDITION F (2018), Goldene Bild der Frau (2018) und das Bundesverdienstkreuz (2018).

Marcus Jauer (*1974) arbeitete als Reporter für die Süddeutsche Zeitung und als Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Heute ist er als freier Journalist und Autor tätig. Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Berlin. Thomas Macho (*1952) ist Kulturwissenschaftler, Philosoph und Autor zahlreicher Publikationen. Von 1993 bis 2016 war er Professor für Kulturgeschichte am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit 2016 Direktor des IFK (Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften) in Wien. Seine jüngste Veröffentlichung Das Leben nehmen: Suizid in der Moderne ist 2017 im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen.

Thomas Macho (*1952) ist Kulturwissenschaftler, Philosoph und Autor zahlreicher Publikationen. Von 1993 bis 2016 war er Professor für Kulturgeschichte am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit 2016 Direktor des IFK (Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften) in Wien. Seine jüngste Veröffentlichung Das Leben nehmen: Suizid in der Moderne ist 2017 im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen.

Andres Veiel (*1959) ist Film- und Theaterregisseur, Autor und gilt als einer der profiliertesten Vertreter des politisch engagierten deutschen Films. Für Winternachtstraum (1991), Balagan (1993), Die Überlebenden (1996), Black Box BRD (2001), Die Spielwütigen (2004), Der Kick (2006), Wer wenn nicht wir (2011) und Beuys (2017) hat er mehr fünfzig Auszeichnungen erhalten, darunter den Europäischen Filmpreis und mehrfach den Deutschen Filmpreis. Seine Theaterstücke Der Kick (2006), Das Himbeerreich (2013) und Let them eat money (2018) wurden unter seiner Regie am Maxim Gorki Theater und dem Deutschen Theater Berlin uraufgeführt und zu zahlreichen Gastspielen eingeladen.