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RAF-No Evidence / Kein Beweis

Buchpräsentation & Gespräch mit Arwed Messmer

Beginn 20:00
Sprache deutsch
Eintritt frei

Die RAF und der Deutsche Herbst 1977 wurde in den vergangenen vierzig Jahren aus journalistischer, historischer, literarischer, filmischer und künstlerischer Perspektive ausführlich beleuchtet. Der Ausgangspunkt in Arwed Messmers aktueller Publikation sind die unterschiedlichen Aufnahmen von Polizeifotografen – Fotos von Demonstrationen, Tatortbilder, erkennungsdienstliche Aufnahmen. Wie diese einstige kriminalistische Spurensuche heute als auch eine Form der künstlerischen Produktion genutzt werden kann, steht im Fokus seines Interesses. Messmer spannt den Bogen von den Anfängen der Bewegung hin zur multiplen Gewaltentladung 1977, der Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer und dem Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der JVA Stammheim. Somit hat Messmers Arbeit auch eine bildethische Dimension: Welche Aufnahmen darf man zeigen? Wie kann man sie zeigen? Und warum sollen wir sie sehen? Damit rührt Messmer an einen zentralen Punkt in der Debatte über Bilder, die einerseits historische Dokumente sind, andererseits ihre eigene Ästhetik und ein großes, kaum steuerbares Potential für die empathische Auseinandersetzung mit Geschichte aufweisen. Gerade in den späten 1960er- und 70er-Jahren war das Amerika Haus am Bahnhof Zoo immer wieder Ort des politischen Protestes.

Die Publikation RAF. No Evidence / Kein Beweis, erschienen 2017 bei Hatje Cantz ist Gegenstand der Buchvorstellung und bildet Gesprächsthema von Arwed Messmer und Felix Hoffmann.