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16/07/16

Robert Knoth & Antoinette de Jong . Adam Jeppesen . Talents 38

Adam Jeppesen . Out of Camp Thinking about Photography

Allein vom Nordpol bis in die Antarktis in 487 Tagen – eine Reise in absoluter Einsamkeit. Jenseits der traditionellen Erfahrung von Raum und Zeit. Die Kamera immer dabei, um raue Landschaften und verlassene Weiten zu dokumentieren. Die Fotos dienen als Rückversicherung für bestimmte Augenblicke, die jedoch wie die rätselhafte Darstellung einer verzerrten Realität erscheinen. Habe ich das wirklich so erlebt? Und wie kann ich diese existenzielle Erfahrung vermitteln? Adam Jeppesen rekonstruiert sein Abenteuer in den aktuellen Serien nicht unbedingt über den Inhalt der Fotografien, sondern vielmehr über deren Präsentation.

Poppy – Trails of Afghan Heroin . Installation von Robert Knoth und Antoinette de Jong

Die Seidenstraße verbindet seit jeher Ostasien mit dem Westen und war einst ein berühmter Handelsweg, über den nicht nur Güter, sondern auch Religionen und Kulturen ausgetauscht wurden. Heute ist die Trasse über weite Strecken tot, in Elend verkommen und wird als Drogenroute genutzt. Über zwanzig Jahre haben Robert Knoth und Antoinette de Jong die Spur des Heroins verfolgt, die von Afghanistan über Zentralasien, Russland und den Balkan nach Ostafrika, Dubai und Westeuropa führt und sich in den Straßen von London verliert. Brutale Bandenkriege, tödliche Sucht, illegale Geldwäsche, skrupellose Korruption sowie käufliche Liebe gepaart mit der epidemieartigen Ausbreitung von AIDS – als multimediale Installation angelegt dokumentiert das Projekt „Poppy“ auf beeindruckende Weise die dunkle Seite der Globalisierung, die sich in den Gesichtern von Dealern, Gefangenen, Prostituierten, Süchtigen, Grenzsoldaten und Polizisten spiegelt.

Talents 38 . Method . Sasha Kurmaz / Svea Bräunert

Regeln aushebeln, Irritation erzeugen. Sichtbar machen, was im Alltag  permanent untergeht. Völlig unerwartet. Right in the face! Die nonkonformistischen Aktionen von Sasha Kurmaz finden immer im öffentlichen Raum statt und unterbrechen fast beiläufig die Monotonie vertrauter Wahrnehmungsweisen. Die fotografischen Situationen und illegalen Interventionen des ukrainischen Künstlers sind der Sand im Getriebe. Sie hinterfragen Gewohnheiten und eröffnen neue kulturelle und soziale Freiräume. Seine Haltung ist Guerilla oder Punk – autonom, spielerisch, grenzverletzend, radikal. Fotografie ist für ihn nicht nur ein Instrument, um das Leben wiederzugeben und zu erklären, sondern um das transgressive Potential von Kunst auszuschöpfen und so das Verständnis von Gesellschaft zu verändern. Welche künstlerische Methoden wendet Sasha Kurmaz hierfür an? Welche Konstellationen erzeugt er? Und was lösen seine Strategien aus?

 

deutsch / english
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