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C/O Berlin Talent Award 2020

Anna Ehrenstein . Emily Watlington

C/O Berlin freut sich den diesjährigen C/O Berlin Talent Award 2020 in der Kategorie Künstlerische Fotografie an die deutsch-albanische Multimedia-Künstlerin Anna Ehrenstein zu vergeben. Die ausgezeichnete Arbeit Tools for Conviviality wird in einer Einzelausstellung vom 30. Januar bis 24. April 2021 bei C/O Berlin im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin präsentiert.

Der C/O Berlin Talent Award 2020 in der Kategorie Theorie geht an die amerikanische Autorin Emily Watlington. Sie wird den ersten kunsttheoretischen Essay über die Arbeit Tools for Conviviality von Ehrenstein verfassen. Der Essay erscheint zusammen mit einem Interview mit der Künstlerin in einer monografischen Publikation bei Spector Books, die C/O Berlin anlässlich der geplanten Einzelausstellung der Künstlerin herausgeben wird.

Die vier Künstler*innen Laura Ben Hayoun (FR), Esther Hovers (NL), Alexander Rosenkranz (DE) und Alina Schmuch (DE) sind für die Shortlist 2020 nominiert.


Die Expertenjury für die Kategorie Künstlerische Fotografie, Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek (Vorstandsvorsitzende, Alexander Tutsek–Stiftung, München), Florian Ebner (Leiter der Abteilung Fotografie, Centre Pompidou, Paris), Michael Mack (Verleger und Gründer, Mack Books, London), Taiyo Onorato (Künstler, Zürich und Bovec, Slovenien), Dr. Kathrin Schönegg (Kuratorin, C/O Berlin) und Trine Skraastad (Bildredakteurin, u. a. bei Dummy, Fluter, Die Dame, Berlin) hat die diesjährige Gewinnerin Anna Ehrenstein und die Shortlist nominiert. Die Arbeiten der Shortlistkandidat*innen werden in der C/O Berlin Zeitung vorgestellt und in Kooperation mit Der Greif online präsentiert. Anna Ehrensteins Projekt Tools for Conviviality hat die Expertenjury durch die Verwendung, Thematisierung und Kritisierung neuer digitaler Formen überzeugt. Die Künstlerin reflektiert in ihrem Werk die Medien unserer Zeit und problematisiert soziokulturelle Folgen der Digitalisierung im globalen Kontext mit großer Leichtigkeit. Mit ihrem im Senegal entstandenen Projekt rückt Ehrenstein an die Stelle des dokumentarischen Blicks von Außen eine Methode der kollektiven Recherche am fremden Ort. Lokale Kreative werden eingebunden und multiplizieren die europäische Perspektive auf Technologien und Lebensentwürfe im westafrikanischen Raum. Tools for Conviviality entstand in Zusammenarbeit mit Awa Seck, Don Kafele, Lydia Likibi, Saliou Ba, Nyamwathi Gichau.

Christina Töpfer (Chefredakteurin, Camera Austria) und Kathrin Schönegg (Kuratorin, C/O Berlin) haben in ihrer Jurysitzung für die Katergorie Theorie im April 2020 die Kunsthistorikerin Emily Watlington aus 32 internationalen Einsendungen ausgewählt. Watlingtons eingereichte Texte haben durch ihre Kennerschaft, theoretische Tiefe sowie den analytischen und gleichzeitig gut zugänglichen Stil überzeugt. In ihren bisherigen Arbeiten setzte sich die Autorin mit den Themen Digitalität und Zirkulation, Netz- Feminismus und geopolitische Machtstrukturen zwischen Westen und Osten auseinander. Sie bildet so den idealen wissenschaftlichen Spiegel zur diesjährig ausgezeichneten künstlerischen Arbeit.

Gewinnerin
Anna Ehrenstein (*1993, AL/DE) erforscht den Austausch von Mensch und Objekt im digitalen Zeitalter. Sie hat Fotografie und Medienkunst an der Fachhochschule Dortmund studiert sowie ein Postgraduiertenprogramm für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien bei Mischa Kuball und Julia Scher durchlaufen. Ihre Arbeiten waren in internationalen Gruppenausstellungen zu sehen wie u.a. dem Format Situations des Fotomuseum Winterthur, CH (2019) dem Fotofestival Les Recontres d’Arles (2018) und der Triennale für Fotografie in Hamburg (2018).
C/O Berlin wird ihre erste institutionelle Einzelausstellung präsentieren. Ehrenstein war für diverse Preise nominiert und erhält aktuell ein DAAD Stipendium für ein Rechercheprojekt in Bogota, Kolumbien. Anna Ehrenstein lebt in Berlin, Köln und Tirana.

Emily Watlington (*1993, USA) setzt sich mit aktueller Medienkunst und feministischer Ethik auseinander. Sie hat einen Abschluss in Kunstgeschichte (BFA) und einen Master of Science in Architecture Studies (SMArchS) im Programm History, Theory, and Critcism of Architecture and Art (HTC) am Massachusetts College of Art and Design absolviert. Watlington war 2018/2019 mit einem Fulbright Fellowship für Journalismus in Berlin und arbeitet derzeit als Assistant Editor bei der Art in America. Ihre Texte erschienen in Ausstellungskatalogen, Sammelbänden, Magazinen und Zeitschriften, u.a. in Art in America, Hyperallergic, Haunt Journal of Art, Frieze, Another Gaze, Mousse, Art Review und im Spike Art Magazine. Emily Watlington lebt in New York.


Shortlist
Laura Ben Hayoun (*1984, FR) befragt in ihrer Arbeit Grenzen, Migration und imaginäre Gebiete. Sie hat in Lyon Visuelle Antrophologie studiert, bevor sie Masterstudiengänge in Fotografie und zeitgenössischer Kunst in Paris anschloss. Ihre Arbeiten wurden in der Tate Modern, London (2014), auf dem Festival de la photographie méditerranéenne in Nice (2017) und der Outono Fotográfico, La Coruña, Spanien (2017) gezeigt. Sie hat verschiedene Preise erhalten und war mit dem eingereichten Projekt Finalistin des Unseen Dummy Awards 2019. Laura Ben Hayoun lebt in Paris und arbeitet derzeit in Alger (Algerien) und Eriwan (Armenien).

Esther Hovers (*1991, NL) Werk kreist um die Frage, wie Macht, Politik und Kontrolle durch Stadtplanung und die Benutzung des öffentlichen Raums bedingt sind. Sie hat an der Royal Academie of Arts in The Hague Fotografie studiert und bei der Aperture Foundation in New York City (2019), dem Lianzhou Photo Festival in China (2018) und dem FOAM, Amsterdam (2017) ausgestellt. 2017 waren ihre Arbeiten Teil der Ausstellung WATCHED! Surveillance, Art & Photogaphy bei C/O Berlin. Hovers war für diverse Preise nominiert und hat 2019 eine artist-in-residence bei der NARS Foundation in Brooklyn, New York, erhalten. Esther Hovers lebt in Den Haag (Niederlande).

Alexander Rosenkranz (*1987, DE) sagt der Fotografie als reinem Dokument ab und der bildnerischen Kraft der Fotografie als Material zu. Er hat 2019 unter Joachim Brohm an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sein Diplom in Bildender Kunst abgeschlossen und ist dort aktuell Meisterschüler bei Ludovic Balland. Seine Arbeiten wurden u. a. auf dem f/stop-Festival in Leipzig (2016), im FOAM, Amsterdam (2017) und in der Photographischen Sammlung, SK Stiftung Kultur, Köln (2017) gezeigt. 2019 war er Finalist im Bookcall #1 des Institut für Buchkunst, Leipzig. Alexander Rosenkranz lebt in Berlin und Leipzig.

Alina Schmuch (*1987, DE) untersucht in ihrem Werk die Wechselwirkungen zwischen Bildmedien und Realität. Sie hat an der Kunstakademie Münster freie Kunst und an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Medienkunst studiert. Ihre Arbeiten wurden u. a. im Künstlerhaus Bremen (2018), im Museum für Photographie Braunschweig (2018) und dem ZKM in Karlsruhe (2016) gezeigt. Ihre Auszeichnungen umfassen den Dokumentarfotografie Förderpreis der Wüstenrotstiftung (2015/16) und das Mak Schindler Stipendium in Los Angeles (2017). Alina Schmuch lebt in Berlin.