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Logolog

Filmvorführung . Künstlergespräch


In der aktuellen Informationsgesellschaft, im modernen „Krieg um Aufmerksamkeit“ stehen alle Bereiche zunehmend unter Markenzwang: Medien, Wirtschaft, Politik, Religion, und Künstler sind gegenseitig Produzenten und Konsumenten des Phänomens der Markenproduktgesellschaft. In seinem Filmprojekt geht der Künstler Rainer Goerss diesem Phänomen nach und zitiert unmittelbare Zeitgeschichte, um aktuelle Themen zwischen „Marke und Macht“ zu ergründen.

Berlin Mitte, Linienstrasse 144, die 145 Jahre Geschichte der ältesten Schilder und Relief (bzw. Logo–) Gießerei in Mitte erzählen von der Entstehung der „Markenproduktgesellschaft“ von der industriellen Revolution bis zur Mediengesellschaft, dem Wandel von politischen und technischen Logos, Symbolen und Markenzeichen. Die Schilder und Reliefgießerei wird seit elf Jahren als „Reale Betriebsfiktion“ in Form eines Künstlerprojektes durch Rainer Goerss zwischen historischen Fakten und fiktionaler Geschichte gestaltet und am Ort der Geschichte weitergeführt.


Der Berliner Strukturwandel, wird hier so seit 1995 anhand eines konkreten, historischen Beispiels, am Ort der Geschichte, im öffentlichen Bewusstsein erhalten und ist als Studio – Archiv und Objektsammlung Teil des aktuellen Diskurses zwischen Kunst und Wirtschaft.

Das Ausgangsmaterial für das Video sind Aufnahmen der letzten Produktionstage der „Schilder und Relief Gießerei Berlin“ aus dem Jahr 1995, historische Filmaufnahmen, Produkte, Illustrationen und gegenwärtige Aufnahmen aus Berlin. Text, Schnitt und Ton zitieren einen sachlichen wie subjektiven Dokumentarfilm, Werbe– und Propaganda–Filmformen zwischen Wochenschau, Agitprop und Clip-Ästhetik.