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Konstruktion/Illusion

Architektur und gebauter Raum in zeitgenössischen Fotografien

Schon die Anfänge der Fotografie sind geprägt von der Diskussion um Wahrheit oder Täuschung, um Dokumentation oder Interpretation. Eines der häufigsten Bildmotive der Fotografie ist dabei die Architektur. An ihr können diese Begrifflichkeiten eindrücklich dargestellt werden. Zu jeder Zeit hatte die Architekturfotografie einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Geschichte und Theorie des Mediums Fotografie. C/O Berlin präsentiert sieben fotografische Positionen zeitgenössischer Künstler, die im Spannungsfeld der beiden Bereiche agieren und erstmals speziell für die Ausstellungsräume von C/O Berlin zusammengestellt wurden – Frank Breuer, Johannes Schwartz, Edgar Lissel, Ricarda Roggan, Oliver Boberg, Heidi Specker und Florian Balze. Die Ausstellung zeigt fotografische Arbeiten, die sich auf die Wahrnehmung und Interpretation von Architektur und gebautem Raum konzentrieren. In Fotografien und Installationen werden Thesen über das architektonische Objekt formuliert und zugleich wird die Ambivalenz des Mediums Fotografie vor Augen geführt.

In den Fotografien des Becher-Schülers Frank Breuer gerinnt Industriearchitektur zur grafischen Form. Johannes Schwartz verweist in seinen Aufnahmen von Kinderhütten auf die architektonische Konstruktion von Identität und jugendlichen Lebensentwürfen. Außenraum und Innenraum verdichten sich in Edgar Lissels großformatigen Lochkamerabelichtungen zu einer illusionären Bildeinheit. Mit unterschiedlichen Konstruktions- und Reproduktionsformen von Architektur, Interieur und gebautem Raum beschäftigen sich Oliver Boberg und Riccarda Roggan. Florian Balze und Heidi Specker überführen fotografierte Architektur in dreidimensionale Installationen und Fotoskulpturen. Das Bild vom Gebauten wird selbst wieder zu Architektur und stellt sich auf diese Weise dem Dialog mit dem Ausstellungsort. Speziell für diesen Ort wird Florian Balze eine Installation schaffen.