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Junior 03 . Das multiplizierte Ich

Experimente mit der Lochkamera

Kann man mit leeren Keksdosen, Streichholzschachteln oder Schuhkartons wirklich Fotos machen? Ohne Auslöser, Blitz und Objektiv? Der Urahn aller Fotoapparate macht es möglich – die Lochkamera, die Camera Obscura. Ihr Aufbau ist denkbar einfach, denn sie besteht im Prinzip aus nur drei Dingen: Einem lichtdichten Gehäuse, mindestens einer kleinen runden Öffnung sowie lichtempfindlichem Material. Nur schnell in den Fotoladen zum Entwicklen kann man diese Kamera nicht bringen. Eine Dunkelkammer muss her, Entwickler und Fixierer dazu. Was erstmal nach überflüssiger Arbeit aussieht, ist jedoch ein großer Spaß, denn auf diese Weise gestaltet man sein Foto vom ersten bis zum letzten Augenblick selbst. Ein Unikat!

Am Anfang des Workshops baut jedes Kind unter Anleitung anhand von Kisten, schwarzer Farbe, lichtdichtem Klebeband, Pappe, Schere, Fotopapier und Nadeln seine eigene Lochkamera. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt – ob geometrisch korrekt oder spielerisch verteilt – anders als bei der klassischen Lochkamera mit nur einer Öffnung, entstehen vielfältige Loch-Apparaturen. Diese produzieren grafisch reduzierte Formen, die aussehen wie Stoffmuster, bei denen das eigentliche Motiv zu einem „Teppich“ aus übereinander gelagerten Formen wird. Nach ersten Probeaufnahmen gehen die jungen Fotografen in die Dunkelkammer und entwickeln gemeinsam ihre Bilder. Diese können sie am Ende des Workshops zusammen mit einer funktionsfähigen Lochkamera mit nach Hause nehmen.

Georgia Krawiec studierte Germanistik, Kunst und Pädagogik an der Universität Siegen. Sie zog 2002 nach Warschau, wo sie elf Jahre an der Hochschule für Fotografie des Verbands der polnischen Fotokünstler Experimentelle Fotografie sowie Edeldruckverfahren lehrte. Ihr wichtigstes künstlerisches Medium ist die Lochkamera, die sie in ihren Projekten sowohl als Kamera versteht und nutzt, als auch zum Kunstobjekt gestaltet. Ihre Arbeiten präsentierte sie in zahlreichen internationalen Ausstellungen. Seite zwei Jahren lebt sie in Berlin. Isabel Sebeikat studierte Kunst, Kunstpädagogik und Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück. 2012 erhielt sie den Piepenbrock Kunstförderpreis in Bildhauerei. Durch das dreidimensionale Arbeiten mit Objekten entstand der Wunsch, das Räumliche mit der Fotografie zu verbinden. Das Ergebnis war eine Spezialisierung in der 3D-Fotografie. Seit 2013 lebt sie in Berlin und ist als Kunstpädagogin tätig.

Uhrzeit 11:00 bis 16:30 Uhr
Ort C/O Berlin . Education Unit . Hardenbergstraße 19 . 10623 Berlin
Altersstufe 10 bis 13 Jahre
Leitung Georgia Krawiec, Isabel Sebeikat
Teilnehmergebühr 50 Euro . Ermäßigung möglich . inkl. Snack

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