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Danny Lyon . Soc. Sci. 127 und Willie

Filmabend

Danny Lyon beschäftigt sich nicht nur in seinen Fotografien, sondern auch in seinen Filmen immer wieder mit den Menschen am Rand, den Vergessenen und Marginalisierten, die von der Teilhabe an der amerikanischen Gesellschaft ausgeschlossen sind. Im Laufe seiner Karriere hat Lyon rund 20 Filme realisiert, die meisten davon unabhängig und jenseits der üblichen Produktions- und Vertriebswege, sodass nur wenige einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind. In einer erstmaligen Zusammenarbeit mit dem neuen delphi LUX der Yorck Kinogruppe zeigt C/O Berlin zwei filmische Arbeiten von Danny Lyon.

Soc. Sci. 127 (USA 1969, 21 Min., sw/Farbe) ist Danny Lyons erstes filmisches Werk. Es ist ein direktes und doch bizarres Porträt des texanischen Tätowierkünstlers Bill Sanders, einem trinkfesten und scharfzüngigen Macho im schmuddeligen T-Shirt, einem Ex-Häftling, zu dessen Kunden Homosexuelle, Prostituierte und Vorbestrafte gehören – gesellschaftliche Randgruppen, die in den 1960er-Jahren stark mit von der Norm abweichenden oder gar illegalen Subkulturen assoziiert wurden. Mit provokativen, schmerzhaft realen, zuweilen skurrilen, aber auch sehr intimen Bildern schafft es Danny Lyon die einzelnen Charaktere immer wieder auf sehr empathische Weise darzustellen.



Willie
(USA 1985, 82 Min., sw/Farbe) ist ein Dokumentarfilm von Danny Lyon und seiner Ehefrau Nancy Weiss Lyon. Die Kamera begleitet Willie Jaramillo, einem Straftäter aus dem kleinen Vorort Bernalillo in New Mexico. Der Film gewährt tiefe Einblicke in das soziale Gefüge und die trostlosen Lebensumstände des Protagonisten. Er zeigt das Gefängnis, den rauen Umgang der Wärter und den Rassismus in einem der härtesten Zellblöcke der Strafanstalt, in dem Willie zusammen mit seinem Kindheitsfreund Michael Guzmann inhaftiert ist. Während Willie wegen relativ kleiner Delikte verhaftet ist, sitzt sein Freund wegen Mordes im Gefängnis. Danny Lyons Stil des Dokumentarischen ist auch hier nah, direkt, ehrlich und immer auf Augenhöhe.



Die Filme werden in englischer Sprache präsentiert.

Ort delphi LUX . Yva-Bogen . Kantstraße 10 . 10623 Berlin
Beginn 18:00 Uhr
Einführung Danny Lyon und Dieter Kosslick, Vorsitzender des Kuratoriums von der C/O Berlin Foundation sowie Direktor der Internationale Filmfestspiele Berlin
Eintritt 15 Euro . Online-Ticket zzgl. VVK-Gebühr . Restkarten an der Abendkasse