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China.Change

China.Change war eine kulturelle Standortbestimmung. Die Veranstaltungsreihe verstand sich als Momentaufnahme der gesellschaftlichen Veränderungen des Landes. China.Change bot eine Plattform, um das vielfältige Bild Chinas zu ergänzen und Anstöße in der aktuellen China-Diskussion zu geben. Zwei wesentliche Zeiten des Wandels, die die Entwicklung Chinas der letzten 50 Jahre bestimmt haben, wurden zueinander in Beziehung gesetzt – der Modernisierungsprozess im heutigen China und die Kulturrevolution unter Mao Zedong ab Mitte der 1960er Jahre.

China.Present präsentierte in drei Ausstellungen aktuelle, junge Positionen chinesischer Fotografen. In drei aufeinander folgenden Ausstellungen wurden fotografische Positionen zu aktuellen Themen des heutigen Chinas vorgestellt. Als Indikatoren des rasanten Wandels in den Großstädten gelten Architektur, Alltagskultur und Nachtleben. Zhou Ming hält in seinen Bildern eine unwirkliche Stadtlandschaft fest, die nur noch als Hülle für die Veränderungen in China fungiert. Lu Yuanmings Aufnahmen tauchen ein in das Leben und den Alltag der Großstädte - flüchtige Eindrücke verdichten sich zu einer urbanen Narration. Kombiniert werden diese Fotografien mit der Videoarbeit „Deaf Land” von Liang Yue. Die Fotokünstlerin setzt sich in ihrem Film mit den Gefühlen und Eindrücken eines gehörlosen Mädchens im täglichen urbanen Leben auseinander. Die Vergnügungsviertel Shanghais mit ihrem Luxus, Neonlicht und flüchtigen Rausch sind das Sujet von Charlie Xia. Untermalt wurde das Oszillieren der Nacht durch elektronische Musik des DJs Ting Da Wen.

China.Past - einzigartige fotografische Zeugnisse der Kulturrevolution wurden in der dokumentarisch-erzählerischen Ausstellung „Roter Nachrichtensoldat” gezeigt. Mao Zedong, Massendemonstrationen, Rote Garden, Umerziehungsmaßnahmen, marschierende Schulkinder, blinde Zerstörung und öffentliche Demütigungen – Li Zhenshengs Bilder gelten als umfangreichstes fotografisches Vermächtnis zur Großen Proletarischen Kulturrevolution. Sie dokumentieren größtenteils Szenen, die die Parteipresse nicht veröffentlicht sehen wollte und die den Schrecken hinter der Propaganda veranschaulichen. Achtzehn Jahre lang arbeitete Li Zhensheng als Fotograf für die Zeitung „Heilongjiang Daily” und war ein sogenannter „Roter Nachrichtensoldat”. Er versteckte die Negative vor der Zensur und brachte sich so oft in Lebensgefahr.