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BERLIN 1966–70. Protest/Gewalt/Bericht und die Fotografie

Buchpräsentation & Gespräch

Mit Jens Dobler . Historiker und Leiter der Polizeihistorischen Sammlung im Polizeipräsidium Berlin, Uta Grundman . Kunsthistorikerin und Psychologin, Arwed Messmer . Fotograf
Moderation Felix Hoffmann . Hauptkurator C/O Berlin Foundation
Beginn 19:30 Uhr
Ticket 10 Euro . ermäßigt 6 Euro (inkl. Ausstellung) . Erhältlich online (zzgl. VVK-Gebühr) und bei C/O Berlin an der Abendkasse.

West-Berlin, 1968. Demonstrationen junger Student*innen und Aktivist*innen. Auseinandersetzungen mit der Polizei. Straßenkämpfe. Proteste gegen den Vietnam-Krieg. Nach Besetzung der Verkehrskreuzungen um den Bahnhof Zoo und der Einholung der US-Flagge wurde die Fassade des Amerika Haus mit Eiern beworfen – Hauptschauplatz der Jugendrevolte. Die Bilder dieser Unruhen gibt es massenhaft. Sie haben das kollektive und visuelle Gedächtnis geprägt. Neben diesen symbolträchtigen Bildern gibt es auch noch eine andere Wirklichkeit. Berlin 1966-70 ist die jüngst veröffentlichte Arbeit von Arwed Messmer und versammelt dokumentarische Aufnahmen aus dem Bildkonvolut der Polizeihistorischen Sammlung Berlin. Messmers Bildband gewährt erstmals einen anderen Blick und neue Perspektiven auf die historischen Geschehnisse. Im Kontext der aktuellen Ausstellung Das letzte Bild . Fotografie und Tod bei C/O Berlin wird unter der Moderation von Felix Hoffmann gemeinsam mit Jens Dobler, Arwed Messmer und Uta Grundmann über die mediale Vermittlung und journalistische Praxis von Totenbildern gesprochen, die in diesen historisch bedeutenden Jahren neue Formen annahmen.

Jens Dobler (*1965) ist promovierter Historiker, studierte Erziehungswissenschaft, Psychologie und Neuere Geschichte an der TU Berlin. Er war fünf Jahre lang Archiv- und Bibliotheksleiter im Schwulen Museum. Seit drei Jahren ist Dobler Leiter der Polizeihistorischen Sammlung im Polizeipräsidium Berlin mit den Schwerpunktthemen Polizei- und Homosexualitätsgeschichte.

Uta Grundman ist Kunsthistorikerin und Psychologin, studierte Theologie, Kunstgeschichte, Publizistik und Psychologie in Leipzig und Berlin. Derzeit arbeitet sie als Psychologin an der International Psychoanalytic University, wo sie zum Thema Antisemitismus und Ambivalenz promoviert.

Felix Hoffmann (*1972) studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften in Wien und Berlin. Im Rahmen des Programms „Museumskuratoren für Fotografie“ der Krupp-Stiftung arbeitete er am Fotomuseum in München, dem Kupferstich-Kabinett Dresden und dem Museum Folkwang in Essen. Er hat zahlreiche internationale Ausstellungen kuratiert sowie wissenschaftliche Aufsätze und Bücher publiziert. Seit 2005 ist er Hauptkurator der C/O Berlin Foundation.

Arwed Messmer (*1964) ist Fotograf und widmete sich in den 1990er-Jahre den Veränderungen Berlins. Seit 2006 setzt er sich zunehmend mit Bildsammlungen aus Archiven auseinander, die ihre ursprüngliche dokumentarische Funktion verloren haben. Seitdem sind umfangreiche Ausstellungen und Publikationen zum Ost­Berlin der 1950er-Jahre, zur frühen Berliner Mauer und zu den Archiven der Staatssicherheit entstanden. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. das Stipendium Zeitgenössische Deutsche Fotografie (2014). Seine aktuelle Arbeit zur RAF wurde zuletzt 2017 im Museum Folkwang präsentiert. Arwed Messmer lebt und arbeitet in Berlin.