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Junior 07

Als die Bilder blau machten . Ein Cyanotypie-Workshop

Blaupause – ein sehr merkwürdiges Wort! Wie kann denn eine Unterbrechung eine bestimmte Farbe annehmen? Seine Bedeutung entstammt von einem alten fotografischen Edeldruckverfahren. Pausen bedeutet hier Kopieren, und blau ist natürlich der Farbton. Und was für ein strahlendes, faszinierendes, tiefes, malerisches, poetisches Blau! Das Beste bei der Herstellung der sogenannten Cyanotypie ist jedoch die einfache, schnelle Fixierung von Bildern und Objekten ohne Kamera und aufwändige Dunkelkammer – bei normalem Tageslicht benötigt man nur kurze Belichtungszeiten von wenigen Minuten. Papier kann ein Bildträger sein, jedoch auch Holz, Stein oder flexible Stoffe. Also Blaumann an, und los geht es ans große Blaumachen.

Am Anfang des Workshops lernen die Kinder die Historie und die Grundlagen der Cyanotypie kennen, die 1842 von dem Engländer Sir John Herschel patentiert wurde, und befassen sich mit diesem speziellen Kontaktkopierverfahren, bei dem das Negativ genauso groß ist wie das Positiv. Sie erfahren etwas über die Nassbeschichtung anhand von Eisensalzen, die Trocknung und Belichtung sowie die Entwicklung unter fließendem Wasser. Die jungen Teilnehmer experimentieren mit Blättern, Blumen, flacheren und halbdurchsichtigen Gegenständen, die sie auf Karton, Taschen, Brettern oder T-Shirts fixieren. So halten sie zum Schluss des Workshops kontrastreiche Fotogramme und tiefblaue Fotografien in ihren Händen – jede Blaupause ein Unikat.

Georgia Krawiec studierte Germanistik, Kunst und Pädagogik an der Universität Siegen. Seit 2004 ist sie Ehrenmitglied der polnischen Gesellschaft „Dom Fotografii“ und seit 2005 Mitglied der Union der polnischen Kunstfotografen (ZPAF). Ihre Arbeiten präsentierte sie in zahlreichen internationalen Ausstellungen. Zudem lehrt Georgia Krawiec an der Hochschule für Fotografie des Verbandes der Polnischen Fotokünstler in Warschau. Ute Lindner studierte Bildende Kunst, Kunstwissenschaft und Philosophie an der Kunsthochschule Kassel und war Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ihre Werke werden international ausgestellt und sind in namhaften Sammlungen vertreten – u.a. in der Berlinischen Galerie, in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, und in den Staatlichen Museen Kassel.
Ute Lindner ist Dozentin für Fotografie und Digitale Bildbearbeitung u.a. an der Europäischen Kunstakademie Trier und der Neuen Schule für Fotografie Berlin.

Ort C/O Berlin . Education Unit . Hardenbergstraße 19 . 10623 Berlin
Altersstufe 10 bis 13 Jahre
Leitung Georgia Krawiec, Ute Lindner
Teilnehmergebühr 50 Euro . Ermäßigung möglich . inkl. Snack
Kontakt Frauke Menzinger . education@co-berlin.org

Unterstützer Erfurt und Sohn KG